Regina Halmich – „The Queen“

erfolgreichste Boxerin aller Zeiten

Regina Halmich ist eine ehemalige deutsche Boxweltmeisterin. Von 1995 bis 2007 war sie ungeschlagene Weltmeisterin der WIBF und ist bis heute die erfolgreichste Boxerin aller Zeiten.

Als 11-Jährige begann Regina Halmich mit Judo; wechselte später zu Karate und zum Kickboxen.

1991 wurde sie zweifache Deutsche Meisterin und bereits ein Jahr später folgte der Gewinn des ersten EM-Titels. Sie verteidigte den Titel 1993 erfolgreich und bewies sich dann in einer weiteren Kampfsportart: Thaiboxen. Auch hier war sie erfolgreich und wurde Deutsche Meisterin. Aber all das war ihr nicht Thrill genug.

1994 erfolgte der Wechsel zum Frauenboxen, allerdings verweigerte ihr der Deutsche Amateur-Box-Verband damals – wie allen anderen Frauen auch – die Lizenz. Dazu sei angemerkt, das „Frauenboxen“ damals auch keine Olympische Disziplin war. Regina Halmich ist es letztendlich zu verdanken, dass dieser sportliche Wettkampf zwischen Frauen erstmalig bei den Olympischen Spielen 2012 in London ausgetragen wurde.

Nach Abschluss ihrer Ausbildung zur Rechtsanwaltsgehilfin wurde sie Profi bei Universum Box-Promotion (damals u.a. Dariusz Michalczewski, die Klitschkos, Felix Sturm, Arthur Gregoriana). Damit hatte sie schon ihren ersten Sieg errungen, denn auch bei den Profis von Universum Box-Promotion rannte sie keine offenen Türen ein; Frauenboxen hatte keine Lobby. Aber sie war hartnäckig, nutzte ihre Chance und setzte sich durch.

 „Ich bin nie einen Schritt zurück gegangen – es sei denn, um Anlauf zu nehmen“. Regina Halmich

Bereits am 4. März 1994 bestritt sie ihren ersten Profi-Fight und besiegte ihre Gegnerin eindeutig nach Punkten. Nach vier weiteren Kämpfen, die sie alle gewann, trat sie ihren ersten Titelkampf an und besiegte die amtierende Europameisterin im Super-Fliegengewicht. 1995 konnte sie den Titel auch den Titel im Fliegengewicht erringen. Im selben Jahr holte sie sich auch ihren ersten Weltmeistertitel gegen die US-Amerikanerin Kim Messer und wurde Weltmeisterin der Women International Boxing Federation WIBF im Junior-Fliegengewicht.

Am 30. November 2007 beendete mit Regina Halmich, die erfolgreichsten Boxerin in der Geschichte des Frauenboxens, ihre Karriere. Mit einem Punktesieg über ihre israelische Herausforderin Hagar Shmoulefeld Finer feierte sie in ihrem 56. Profikampf den 54. Sieg.

Im Verlauf ihrer 12-jährigen Profikarriere ist es Regina Halmich gelungen, nicht nur ihren Sport aus dem Nischendasein zu lösen, sondern als eine Sportlerpersönlichkeit mit enormer Ausstrahlung wahrgenommen zu werden. Vor allem in ihren letzten aktiven Jahren wurde die durch Klasse, Leistung und Sexappeal zur Quoten-Queen aufgestiegene Box-Sportlerin regelmäßig im ZDF als Hauptkämpferin gezeigt. In der Spitze verfolgten bis zu 10 Mio. Zuschauer ihre Fights. Hohen Bekanntheitsgrad erlangte Regina Halmich neben ihren sportlichen Erfolgen auch durch verschiedene Gastrollen und zahlreiche Fernsehauftritte.

Das Medienspektakel & Quoten Queen

Das Medienspektakel schlechthin waren die beiden Show-Boxkämpfe gegen Stefan Raab. Der Showkampf im Jahr 2001 wurde von 7,35 Millionen Zuschauern verfolgt. Am 30. März 2007 fand eine Neuauflage dieses Duells in der Köln Arena vor 19.500 Zuschauern statt, bei dem sie wiederum klar gewann. Diesmal verfolgten sogar 7,74 Millionen den Kampf im TV.

Den Abschieds-Kampf von Regina Halmich haben laut Media Control durchschnittlich 8,80 Millionen Box-Fans gesehen. Übertragen wurde der WM-Kampf vom ZDF. Niemals zuvor hatte es bessere Quoten bei einem Kampf der Sportlerin gegeben. Die bisher beste Quote wurde 2005 erzielt. Damals sahen 6,56 Millionen TV-Zuschauer Halmich boxen. Das ZDF hatte mit der Übertragung einen Marktanteil von 38,3 % verzeichnet. 4,91 Millionen der Zuschauer waren männlich und mindestens 14 Jahre alt. Bei den Frauen lag der Wert bei den ab 14-Jährigen bei 3,82 Millionen.

Regina Halmich war Mitglied der 13. Bundesversammlung, die am 23. Mai 2009 den Bundespräsidenten Horst Köhler gewählt hat. Sie wurde von der CDU Baden-Württemberg ausgewählt. Am 20. April 2013 wurde sich mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

2014 wurde ihr die größte Ehre zu Teil: Die Aufnahme in die Hall of Fame, in den USA.

Eine gefragte Moderatorin

Seit Beendigung ihrer Karriere als Profisportlerin arbeitet sie als Moderatorin und Co-Moderatorin für Box-Galen für Fernseh- und Radiosender; hält Vorträge und tritt als Laudatorin auf div. Galen auf. Ihre Vorträge, die ebenso klug wie charmant Parallelen von ihrer eindrucksvollen Karriere zu den Voraussetzungen des Erfolges in der Wirtschaft aufzeigen, sind außerordentlich erfolgreich.

Gern gesehener Gast war und ist sie in Fernsehsendungen von A wie „ARD Buffet“ über S wie „SOKO Stuttgart“ bis W wie „Wetten, dass…“.

Für zwei Staffeln der erfolgreichen Abnehm-Doku „The Biggest Looser“ (Kabel-1) stand sie als Spielführerin und Moderatorin vor der Kamera. „Das Abspecken im Doppelpack“ mauserte sich so zu einem Quotenhit (durchschnittlicher MA von 7,3 Prozent in der Zielgruppe). Regina Halmich freut sich auf weitere Fernsehformate für SAT1/Kabel1 und RTL, die sich in der aktuellen Vorbereitungsphase befinden.

Der Dokumentarfilm “Königin in Ring“ über Regina Halmich und ihre Familie wurde im ZDF und auf ARTE ausgestrahlt und gewann 2008 den Hessischen Filmpreis.

Dass Regina Halmich nicht nur im Ring und als Motivatorin eine gute Figur macht, ist spätestens seit den ästhetisch-schönen Bildern im PLAYBOY und im Lifestylemagazin MAX bekannt.

Des Weiteren tritt sie bei unterschiedlichen Firmenveranstaltungen als Gastrednerin und Motivatorin auf. Ihre Talks und Vorträge zu u.a. „Was Boxen und Erfolg im Business gemeinsam haben“, begeisterten und begeistern div. namhafte deutsche Unternehmen.

Soziales Engagement

  • Sie engagiert sich in unterschiedlichen sozialen Bereichen wie z.B. beim „Weißen Ring“; für Zivilcourage.
  • Für die Brustkrebsfrüherkennungskampagne agiert sie als Schirmherrin, “Pink Ribbon“ (Shooting für Plakatkampagne).
  • Sie ist das Gesicht der Kampagne „Gewalt gegen Frauen – nicht mit uns“; als Schirmherrin unterstützt sie die Aktion des Deutschen Olympischen Sportbundes.
  • Sie bringt sich beim „Bündnis für Straßenkinder in Deutschland“ ein und unterstützt den „Malteser Hilfsdienst“, in dem ihr Vater viele Jahre als Ausbilder und Rettungssanitäter in Karlsruhe ehrenamtlich tätig war.
  • Für das „Deutsche Kinderhilfswerk“ steht sie zur Verfügung und ist Schirmherren der gemeinnützen Organisation „Ein letzter Wunsch“.
  • Das Wohl der Tiere liegt Regina Halmich sehr am Herzen, deshalb engagiert sie sich ehrenamtlich bei der Organisation „Vier Pfoten“.
  • Sich für die Bundeswehr zu engagieren, ist Regina Halmich ein großes Anliegen; nämlich ein persönliches Zeichen zu setzen, für ihre hohe Wertschätzung der Leistungen dieser Männer und Frauen. Im Nov. 2014 hielt sie vor 600 Offizierinnen und Offizieren in Dresden einen Vortrag, der auf großes positives Echo stieß. Im April 2015 kehrte sie noch einmal nach Dresden zurück und trainierte mit den Männern und Frauen der Offiziersschule.

Veröffentlichungen

Sie veröffentlichte zwei Biografien – „Eine Frau boxt sich durch“ und „Noch Fragen?“. Daneben stand sie Pate für einen Fitnessratgeber („Die Kraft ist weiblich“). Sie brachte eine Fitness-DVD „Box Dich Fit“ auf den Markt.

Regina Halmich entwickelte und unterrichtet das Fitnessprogramm „BoxCamp“: Training für Fitness für Körper und Geist, das erfolgreich bei „Fitness First“ angeboten wird.

Auszeichnungen:

  • 1996 Goldene Pyramide und Boxerin des Jahres
  • 1996 Goldene Plakette der Stadt Kasrlsruhe
  • 1997 Weltbeste Boxerin (Wahl durch W.I.B.F.)
  • 1997 Goldene Pyramide und Boxerin des Jahres
  • 1997 Goldene Sportmedaille der Stadt Karlsruhe
  • 1998 Sportmedaille der Stadt Karlsruhe
  • 1999 Goldene Pyramide und Boxerin des Jahres
  • 2000 Badenerin des Jahres
  • 2003 Goldene Pyramide und Boxerin des Jahres
  • 2003 MAXIM-Women of the year (Sport)
  • 2005 Boxerin des Jahres – Auszeichnung durch das Magazin „Boxsport“
  • 2008 Das Silberne Lorbeerblatt
  • 2013 Victress-Award
  • 2ß13  Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg
  • 2014 Aufnahme in die HALL OF FAME, in Fort Lauderdale